Montag, 23. September 2024

Tag 28: Sissi und Karl der V. von und zu Wolfratshausen

Beuerberg - Kloster Schäftlarn
(22,9 km - 120 Hm auf - 160 Hm ab)

An sich steht heute nur eine (streckenmäßig) kurze Etappe an, aber weil ich noch ein paar Begegnungen anvisiere, sollte ich mir beim Start am Morgen nicht all zu viel Zeit lassen, um mir noch Zeit zu lassen.

Der Himmel ist relativ bedeckt und so spaziere ich in der Nähe der Loissach gen Norden.

In einem Wäldchen kommt mir ein einzelner netter Hunde entgegen:

Bellt nicht, kläfft, knurrt nicht, schmutzt nicht, macht Platz - wenn auch nicht PLATZ, steht nicht im Weg rum, und schaut freundlich.

Eine Weile später, längst jenseits des Waldes sehe ich einen Mann, der abwechselnd angestrend auf sein Handy schaut, dann die Umgebung scannt, ein paar Meter weiter geht und wieder von vorne.

Mmmh, gibt's hier evtl. neuen Geocache und da ist jemand auf dem Weg zum First-to-Find ? - Habe nichts gesehen, aber vielleicht so ein Premium-Member-Dingens.

Als ich den Herren erreiche. mustert er mich. Prüft er jetzt Mann, Mensch oder Muggel ?

Nein, er spricht mich auf seinen entlaufenen Hund an, den er per Satelliten-TRacking verfolgt.

Oha, JA da kann ich weiterhelfen/Hints geben: Das ist halt der Fluch mit den beweglichen Zielen - deswegen sind die bei Groundspeak schon >> 20 Jahre verboten ;-)

So hat sich auch die Frage mit dem alleinreisenden Vierbeiner geklärt, wobei es sonst über die (zweibeinigen) Oberbayern schon auch heißt: "Hund san's scho !"

Schon bald erreiche ich Wolfratshausen, wobei das externalisierter Interieur mich eher an (Nord-/Ost-)See denken läßt:

Hier lebte Ludwig Graßler und machte sich im Ruhestand immer einen Spaß daraus, München-Venedig-Wanderer abzupassen und mit ihnen zu sprechen.

Nun ist der gute Ludwig auch bereits wieder fünf Jahre tot...

Aber - dumm darf man sein, man muß sich nur zu helfen wissen - ich habe mich einfach mit einem Freund von ihm von unterwegs telefonisch verabredet.

Irgendwie war ich aber wohl zu schnell und auch bei der schriftlichen bzw. telefonischen Treffpunkt-Koordinaten können/sollten/müssen wir noch an uns arbeiten.

Da ich aber heute genug zeitlichen Puffer habe, ist auch etwas auf und ab und hin und her gar kein Thema und letztlich klappt das schon mit dem Treffen und da kommt auch schon Charlie (mit der kleinen Sissi) angeeilt:

Wir gehen in der Nähe im Biergarten gemütlich Mittagessen und Karl läßt es sich auch nicht nehmen, mich anschließend noch zum Gedenkstein zum 50. Jubliäum der München-Venedig-Route zu führen, der hier vor wenigen Tagen eingeweiht wurde:

Na, wenn die wüßten bzw. sauber recherchiert hätten: Das genaue Start-Jubiläum ist schon Wochen her und das Ziel-Jubiläum kommt erst noch.

Ein Mal mit Profis arbeiten !

Charlie begleitet mich dann noch ein Stückchen an der S-Bahn entlang gen Norden und dann trennen sich unsere Wege wieder, allerdings nicht, ohne uns nochmal gemeinsam verewigt und lose für ein Venediger-Treffen im Herbst verabredet zu haben.

Danke Charlie, war mir (wie immer) eine Ehre !

Auf dem weiteren Weg stellen sich mir dann schon noch ein paar Fragen...

Wer anderen eine Grube gräbt ?

Schlammschlacht ?

Ludwigs Erben ? - So begann ja damals alles - noch vor der Idee der Route über die Alpen - mit dem Auftrag des Isartalvereins einen Wanderweg (wieder) zu entwickeln an der Isar entlang.

Vom Hochufer der Loissach geht es jetzt nahezu halsbrecherisch (höhere Terrain-Wertungen bin ich ja gar nicht mehr gewohnt nach all dem Flachland der letzten Tage):

Und dann stehe ich auch schon am Zusammenfluß von Loissach und Isar.

Mit leichten Hürden geht es dann weiter an der Isar entlang.

An das Ickinger Wehr erinnere ich mich auch nach all den Jahren seit München-Venedig 2008 noch...

Die Kraft des Wassers ist schon beeindruckend und das Wetter mitllerweile auch wieder traumhaft.

Der Weg am Isarkanal entlang nahezu kerzengerade nach Norden zieht sich dann nochmal ganz schön: Ist halt auch recht langweilig...

Beim Bruckenfischer biege ich schließlich links ab und lasse den Kanal hinter mir, jetzt sind es nur noch ein paar (Hudnert) Meter bis Kloster Schäftlarn.

Gegenüber meiner Unterkunft (Bräustüberl) steht das Kloster:

Abends kommt dann auch extra Stefan noch vorbei, der nach der Jahrtausendwende den München-Venedig-Wanderführer im Bruckmann Verlag von Ludwig übernommen hatte und damit den Weg wohl am Leben erhalten hat.

Seit vielen Jahren kümmert er sich auch um die Webseite und das Forum.

Danke dafür und für den netten Abend, Stefan !


Begegnungen:

- 1 herrenloser Hund

- 1 hundeloser Herr

- Karl ("Charlie") + Sissi in Wolfratshausen

- unzählige Libellen aller Größen, Formen und Farben am Isarkanal

- ca. 1 Dutzend Schwäne am Isarkanal

- Stefan Lenz


2 Kommentare:

  1. Wie erwartet, vergissmi.net und ich hatten Recht ;) Anschlussprojekt steht in den Startlöchern und schon kommt ein weiterer Bericht vom letzten Projekt - lol

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    1. Übliches Vorgehen.
      Ist wie beim Spielen: Gib Ihnen ein gutes Gefühl und laß Sie glauben, Recht zu haben, kurz vor dem Gewinnen zu sein, uneinholbar zu führen und habe dabei bereits den Gegenschlag vorbereitet... :-)

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