Am Morgen hängt Deutschnofen nicht mehr in den Wolken, sondern die Reste der Suppe vom Vortag finden sich scheinbar nicht in der Speisekammer/Kühlung, sondern zwischen hier und dem Tal(boden):
Nach einer Weile - und an einer recht unscheinbaren Stelle - trennt sich nun mein Weg für heute (rechts) von der E5-Standard-Route (links), da der E5 laut Rother-Führer und auch bestimmtem Kartenmaterial quasi am Berg oberhalb von Bozen endet und dann eine S... - nein, DAS Wort spreche/schreibe ich nichtmal aus - benutzt.
SKANDAL.
UNMÖGLICH.
Also habe ich ein wenig anders geplant...
Auf einsamen (aber markierten) Wegen (1 bzw. 2) gehe ich - tendentiell durchweg leicht bergab - ganz einsam und alleine meines Weges, wo aber von Anfang an Bozen auch ausgeschildert ist.
Ich treffe heute keinen einzigen Wanderer, Radler oder ähnlich touristisches.
Am frühen Nachmittag blicke ich dann auf Bozen:
In Bozen durchschreite ich auf ca. 265m den Tiefpunkt der diesjährigen Tour.
Jetzt kann es quasi nur noch aufwärts gehen :-)
Zuerst geht es aber eine sehr nette Gasse entlang, wo ich (mit meinem Rucksack) nur immer aufpassen muß (Bauch einziehen und die Luft anhalten), wenn ein Auto oder gar ein Lieferwagen entgegen kommt...
Nachdem ich den Stadtrand von Bozen im Nordosten geschickt tangiert habe (ein Lob auf den Planer zu Hause ! ;-), wende ich mich gen Sarntal.
Kurz nach dem Passieren des Lost-Places der Seilbahntalstation nach Jenesien (könnte vom Namen her auch ein kleines Land in Afrika oder Südostasien sein, oder ?) ist dann Schluß mit lustig...
... jetzt geht es aufwärts.
Und zwar so richtig !
Die ca. 900 Aufstiegsmeter werden in wenige Kilometer gepackt und die Straße (später der Weg) werden keine einzige (in Worten: 0) Serpentinen aufweisen.
Augenscheinlich mußte man da Kilometer (und Apshalt) sparen.
Für den Fall, daß man hier in einen White-out mit starken (SEHR starken !) Aufwinden käme, so daß man vom Gleichgewichtssinn her, oben und unten nicht mehr unterscheiden könnte (ist mir mit meinem Cousin Stefan mal beim Skifahren auf dem Hintertuxer Gletscher oben in der steilen Abfahrt von der Gefrorenen Wand passiert !), so ist hier immer wieder mit Markierungen auf dem Boden vorgesorgt, die zeigen, wo es lang geht:
Ich muß - ob der Steilheit und der Hitze - immer mal wieder inne halten. Dabei kann ich nur quer stehen und mir kommen immer wieder skurrile Dinge in den Sinn.
Z.B. ob hier im Winter Armin Zöggeler das Rennrodeln gelernt hat ?
Interessant auch, daß scheinbar in der Region erst ab 35% Steigung Schilder aufgestellt werden:
Weiter geht es schnurstracks bergauf. Aus meinem Rucksack (auf den die Sonne brennt) kommen zwischenzeitlich Forderungen nach Hitzefrei, da selbst im schattigen Boden Temperaturen von 35° überschritten werden.
Links und rechts Weinberge, soweit das Auge reicht.
Nach der Ruine wechselt Anbaufrucht (nun Äpfel), Straßenbelag und Durchfahrtserlaubnis:
Naja, kann ja nur besser werden, insbesondere in Form von Wald mit Schatten und abwechslungsreichem Untergrund...
Der Tag ist schon recht weit fortgeschritten, als ich den oberen Waldrand erreiche und Jenesien bereits erahnen, nein erspähen kann:
Kleiner Schönheitsfehler (für heute): Meine Unterkunft ist am oberen Ortsrand.
Aber letztlich komme ich ein wenig später dort gut an und bei der Banane, die mir der Junior-Chef am Morgen extra rausgesucht und mitgegeben hatte, überbrücke ich die Zeit bis zum 5-Gänge-Menü zur Nacht bei einem netten Ausblick.
Begegnungen:
- 6 Schafe
- 2 Rehe
- 3 Schafe
- 1 Eichelhäher
- 2 Eidechsen
- 4*1 Eidechse


















Du wirst ja jetzt dann die nächsten Tage mal das Gegenteil von Sonne und Hitze erfahren, bin gespannt, was schlimmer war ;)
AntwortenLöschenAlso der erfrischende Morgen war heute quasi schon mal besser.
LöschenAb St. Leonhard habe ich dann aber lieber auf den Schluchtsteig umgeplant (es hatte schon wieder 15° und ich drohte zu überhitzen).
Auf die ursprünglich geplante Route hat schon wieder die Sonne in den Hang gehaut !
Immerhin waren die Bergspitzen jetzt schon mal weiß angezuckert: Herrlich !
Na dann hoff ich für dich, dass dich der Puderzucker auf deinem Spaziergang nicht eiskalt erwischt ;)
LöschenDieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenHm, bisher habe ich nur das GPX vom Rother Tiroler Höhenweg und Meraner Höhenweg in Basecamp. Eigentlich müsste ich den E5 Führer auch besitzen. Mal suchen, oder einfach ein GPX aus dem Netz laden, damit ich weiß, wo ich mit Geisterfahrern zu rechnen habe. ;-)
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