Ja, mal gut, daß ich bei DREI Bahnunternehmen und Entwicklungsländern wie Deutschland, Österreich und Italien) NICHT in der Lage war, mir Zugticket(s) von Nürnberg nach Trento/Trient zu kaufen: Der designierte Zug hat es sich 2,5 Stunden am Brenner gemütlich gemacht, so daß trotz 13 Stunden früherem Anreise-Beginn und zusätzlicher nötiger Übernachtung (=weiterer Tag) das alles hinten und vorne nicht funktioniert HÄTTE.
ABER, ich bin ja diesmal nicht (primär) Bahn, sondern wie letztes Jahr beim Transfer Montblanc <> Nürnberg (vie Genf) jeweils mit einem Nacht-Flixbus.
21:57 Uhr Abfahrt in Nürnberg (2 min Verspätung), einziger Zwischenhalt in München (7 min zu früh), Ausstieg in Trento/Trient 04:20 (15 min zu früh).
Weil es Sonntag ist fährt die erste Regionalbahn erst um 06:05 Uhr - ok, bei uns fährt auf einer derartigen Strecke unter diesen Umständen wohl NIX und man bezahlt für 45 min Fahrt 2,90 EUR (zum Vergleich: VGN 20 min Fahrt zum Nürnberger Hbf: 9,49 EUR - online ist ja "günstiger").
So, da steh ich nun, ich armer Thor:
Nur eine Toilette hat der Bahnhof nicht.
Aber Dank Google ist auch umgehend die einzige öffentliche Toilette im Umkreis von knapp 10 Kilometern lokalisiert und - das Glück ist ein Rindvieh und sucht seines gleichen - sie liegt eigentlich in der richtigen Richtung und ich muß nur eine Variante meines zu Hause geplanten Wegs durch den Ort Richtung Norden gehen.
Der Eingang in den Park ist nicht zu übersehen (wäre zu Hause aber wohl noch verschlossen).
Am frühen Morgen sind hier bereits einige Fitness-Fanatiker - oder wie diese Menschen mit unnatürlich übertriebenem Bewegungsdrang heißen - unterwegs:
So was kann einem Couch-Potatoe wie mir ja nicht passieren !
Um jegliches Ansteckungs-Risiko zu vermeiden, gehe ich tendentiell andere Wege (wenn ich diese "Menschen" rechtzeitig sehe und ihren Bewegungsvektor richtig interpretiere) oder - im Notfall - weiche ich auf die Wiese aus, wenn sie doch "meinen" Weg nehmen.
Trotzdem erreiche ich in sehr endlicher Zeit eine Art von Fatamorgana von öffentlicher Toilette. Noch dazu in Italien. Sonntag Morgen um kurz nach 07:00 Uhr.
Eigentlich kann das nur ein Fehler in der Matrix - oder eine Werbe-Einblendung mit Ätsch-Effekt - und bösem Erwachen sein...
Aber nein: Die ist wirklich offen ! Und sauber !! Und überrhaupt !!!
Einziger Abzug in der S-Note: Seife war bei Männern und Frauen aus.
An einem majestätischen Hotel im Park (Preise habe ich sicherheitshalber mal nicht gegooglet) vorbei, verlasse ich jenen welchen letzteren und lande schon kurz danach an einer Hausecke, die mir vorgesetzt suggeriert auf dem richtigen Weg zu sein:
Jo, E5.
Paßt !
Nur zu !!
Jetzt geht's looooos !!! :-)
Die ersten sieben Etappen von Verona - München sind auf dem E5 ja identisch zu L2-Route Verona - Salzburg, weswegen man einfach hier nachschlage:
Verona - Erbezzo (L2: Verona-Salzburg, Tag 01)
Erbezzo - Giazza (L2: Verona-Salzburg, Tag 02)
Giazza - Passo Campogrosso (L2: Verona-Salzburg, Tag 03)
Passo Campogrosso - Rif. Vincezo Lancia (L2: Verona-Salzburg, Tag 04)
Rif. Vincezo Lancia - Passo Coe (L2: Verona-Salzburg, Tag 05)
Passo Coe - Caldonazzo/Gallnötsch (L2: Verona-Salzburg, Tag 06)
Caldonazzo/Gallnötsch - Compet (L2: Verona-Salzburg, Tag 07)
Da ich heute (zum Aufwärmen und Einstimmen) nicht viel (mehr) vorhabe, sondern nur die - laut Planung - gut 1.000 Hm und einstellig (also quasi nicht messbaren) Kilometer zu meinem Quartier von 2022 in Compet (L2: Verona-Salzburg, Tag 07) hoch möchte/muß, bleibt unterwegs (mehr als) genug Zeit, sich (auch) - ganz ohen Druck - an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen:
Der restliche Kakao und das noch verbliebene Wurstkürbiskernbrötchen tun ihr Übriges zur positiven Tageseinstimmung im Aufstieg ;-)
Schon bald kann ich mal über das Tal nach Süden hinüber zu dem Felsriegel schauen, wo ich damals auf langgezogenem - und teils etwas abenteuerlichem - Pfad hinunter nach Caldonazo (L2: Verona-Salzburg, Tag06) kam:
Mein heutiger Weg (damals mit den beiden Mädels und den zwei Hunden waren wir westlicher der Straße durch den Wald in Serpentinen nach oben gestiegen) führt östlich der Straße nach oben.
Der Weg ist sehr schön zu gehen und meistens im Schatten...
Nur an die Ostalpen-Steilheit muß ich mich erst wieder gewöhnen: Letztes Jahr auf dem GR5 in Frankreich war ich meist mit durchschnittlich 10%, kaum spürbarer und gemütlicher Steigung quasi total verweichlicht.
Die Markierung ist auch nicht zu übersehen, auch wenn ich jetzt gerade nicht (mehr) direkt auf dem E5 bin, da das ursprünglich angepeilte Rifugio augenscheinlich nicht mehr bewirtschaftet wird:
Die Straße (tangiere und) kreuze ich nur zwei Mal, so daß man gleich wieder im Wald verschwindet:
Während ich so aufsteige schaue ich immer wieder (ungläubig) auf mein GPS.
Allerdings NICHT zu/wegen der Orientierung (da gibt es keine Fragen/Probleme), sondern wegen der Temperaturanzeige aus meinem Rucksackunterboden.
ANGBELICH hat es nur 22°-24°.
Ich komme mir vor wie in der finnischen Sauna (mit Aufguss): Mir rinnt der Schweiß aus allen Poren und daß wo ich doch eigentlich fast kontinuierlich durch den Schatten und noch dazu extrem langsam gehe.
Gefühlt verbrauche ich fast mehr Wasser aus meiner Flasche zum Erfrischen als zum Trinken :-o
So langsam wird der Wald lichter und ich kann mal hinüber zur Straße schauen, wo ich damals 2022 im Schlußanstieg als Lokomotive die körperlich (2- und 4-Beiner) und psychisch (eher 2-BeinerInnen) angeschlagenen Mitstreiter bis zur abendlichen Zwischenpause und Stärkung für den Rest-Weg bis zu einem Hunde-freundlichen Quartier nach oben gezogen habe:
Heute bin ich ganz alleine unterwegs und trotz meiner gestreckten Pausen bin ich bereits um kurz nach 11:00 Uhr (klatschnaß-geschwitzt) am heutigen Tagesziel:
Der Rücken tut auch ein wenig weh. Die Bergstiefel drücken etwas. Ich bin müde und erschöpft.
Nur Sterben ist schöner.
PERFEKT !
Alles wie immer am ersten Tag eines derartigen Spaziergangs für Büro- (bzw. mittlerweile Home-Office-) Flüchtlinge :-)
Begegnungen:
- 1 Eidechse
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Jetzt geht's loohoooos - ALLES GUTE!
AntwortenLöschenErst jetzt gelesen, was Du diesen Sommer gemacht hast. Da habe ich noch was nachzuarbeiten...
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