Das Wetter nimmt seinen angekündigten Lauf: Heute nochmal Regen.
Wobei ich mich ja (weiterhin) nicht beschweren kann: Die Regen/-Niederschlagsmengen liegen DEUTLICH unter den jeweiligen Vorhersagen und WAHNSINNIG unter denen in Südostbayern, Tschechien, Polen, Niederösterreich, Wien u.ä. mehr.
Heute schwankt die Intensität zwischen Niesel und leichtem Regen.
Dies aber dauerhaft, kontinuierlich und fortgesetzt.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal auf großer Tour einen GANZEN Tag Regen hatte.
Also sicher weiß ich, daß es im Sommer 2014 (Graz - Monaco) bei 106 Wandertagen zwischen Mai und September keinen einzigen gab.
Wobei: Ich gehe aktuell ja eigentlich auch keine ganzen Tage: Die Etappen 17, 18, 19, 21 und 22 sind mit (gemütlichen) Gehzeiten zwischen 3,75 und 5,25 Stunden ja eher als Halb-Tages-Etappen zu rechnen. Insbesondere, weil man bei schlechtem Wetter ja kaum Pausen braucht/macht. Und (viel) weniger Gewicht hat man auch noch dabei (teils zwei Kilogramm Wasser weniger an Bord als in Italien).
Schlechte(re)s Wetter hat - nüchtern betrachtet - also augenscheinlich fast nur Vorteile ;-)
Ich starte mitten in Ehrwald in Tirol (Talort der Coburger Hütte) und nach einer ganzen Weile erreiche ich auf nettem Fußweg - weit jenseits der Zufahrtsstraße - die Talstation der Tiroler Zugspitzbahn:
Nachdem die Österreicher damit den Bau der bayerischen Zahnradbahn auf die Zugspitze gekontert hatten, mußten die Deutschen mit dem Bau der Eibsee-Seilbahn ja antworten, um nicht deutlich Kunden zu verlieren, die auf Zeit Wert legen - von den (Zusatz-)Kapazitäten ganz zu schweigen.
Bis heute gibt es also diese drei Möglichkeiten, schummelnderweise sich auf den höchsten Berg Deutschlands (2.962m) befördern zu lassen (wobei man von der Zahnradbahn dann noch eine Seilbahn vom Platt nach oben nehmen muß).
Ich werde heute allen dreien einen Besuch abstatten...
Erstmal steige ich aber - einsam und allein - auf zur Hochthörlehütte:
Ich überlege kurz, ob ich Einkehren soll, aber nachdem ich gerade mal zwei Stunden unterwegs bin, es noch nichtmal Mittag ist und ERNEUT in den Regen hinaus gehen (psychologisch) meist um so schwierig ist, entscheide ich mich dagegen und gehe gleich weiter...
In Richtung Eibseeblick (Spoiler vorab: der wird nicht zu sehen sein) erkennt man auch an den kaum noch vorhandenen Eisschichten auf den Pfützen, daß die Null-Grad-Grenze wohl schon einige Zeit deutlich über 1.500 Metern liegt.
Der österreichische Fahrweg ist weiterhin gut zu gehen und so komme ich flott voran.
Die deutsche Grenze ist dafür in einem desolaten, ja gar peinlich heruntergekommenem Zustand:
Nichtmal mehr das "Bundesrepublik Deutschland"-Schild oder das von Bayern hängt an den entsprechend verkommenen Pfählen:
Daß hier natürlich auch das Ende der Ausbaustrecke ist - eh klar.
Deutsche Infrastruktur ? - Naja, wir wissen ja alle, was das heruntergewirtschaftet in den letzten Jahrzehnten heißt.
Ich sage mal, GUT, daß es hier keine (Beton-)Brücken gibt... :-o
Seit heute will ja Deutschland außerdem alle seine Grenzen so gut kontrollieren wie die Österreichische.
Also mit viel Stau, wenig Wirkung, Marketing-Propaganda-Aktionismus statt nach 30-35 Jahren sich mal wieder ERNSTHAFT mit dem Asylthema auseinanderzusetzen.
Idioten: Erst die Südländer in aller Form hängen lassen und dann Geld-verschlingender Aktionismus: Naja, die CSU in Bayern ging ja schon vor Jahren mit schlechtem Beispiel voran und nun muß die Union nicht mal an der Regierung sein...
Aber ich schweife ab.
Gut, daß den wilden Landstreicher keiner kontrolliert: Bin ich doch gerade auch ein Flüchtling und stromere hier einfach über die grüne Grenze.
Auch wenn ich längst "drüben" bin, erinnern die Flaggen am Baum noch an das "jenseits":
Kurz vor Eibsee passiere ich ein vorangekündigtes Monster dann gerade beim Mittagsschlaf (bzw. das Bedienpersonal im roten Auto bei der Brotzeit): Auch hier Glück gehabt. Habe schon von Wanderern gehört, die mit Haut und Haaren... }:-)
Manchmal ist man erst im Nachhinein schlauer:
HIER haben sie also hingeschrieben, daß es gerade keine Schneefeldsprengungen gibt ;-)
Nun (unter-)quere ich die Trasse der Eibsee-Bahn zur Zugspitze...
... auch wenn von letzterer und ihren Nachbarn nur sehr wenig zu sehen ist:
Nun gut, gehe ich halt mal weiter, wenn's sowieso nichts zu sehen gibt...
Ich werfe vom Bahnhof "Eibsee" der Zahnradbahn noch einen letzten Blick hinüber auf die Talstation der Seilbahn und den Eibsee im Hintergrund und dann ziehe ich gleich mal lieber von dannen, denn besser wird's (heute) nicht.
In Grainau hat mir mein Vater eine richtig nette Unterkunft organisiert und die Wirtin hat mir extra einen Umschlag an die Tür geklebt (mit Hausschlüssel und Wegbeschreibung zum Zimmer), damit ich reinkomme, wenn sie beim Einkaufen ist.
Perfekt !
Ich mag ja Leute, die mitdenken und auf pragmatische und leicht verständliche Lösungen setzen.
Was mir heute erneut (nachdem es mir vor- und vorvorgestern bereits aufgefallen war) in den Sinn kam: Eigentlich sollte die Handy-Nutzung nicht nur im Straßenverkehr am Steuer, sondern auch in den Bergen beim Gehen und Navigieren grundsätzlich verboten werden !
Warum ?
Aus Sicherheitsgründen: Also ich nutze mein Handy ja vorrangig zum Mail-Schreiben von unterwegs und für's Browsen von Webseiten. Wenn man jetzt aber z.B. mal versucht, bei schlechtem Wetter (wenn die Kamera wassergeschützt im Rucksack verstaut ist) ein Photo zu machen und man schafft schon gar nicht per Wischen die Tastensperre zu deaktivieren.
Oder man will einen Anruf tätigen (Button auf der Startseite links unten) und reproduzierbar geht das Mail-Programm auf (Icon rechts mittig), dann kann das im Zweifelsfall neben der geistigen Degenerierung (Norden ? - ich laufe/fahre immer dem Pfeil nach), der Akkufalle (ich lese immer von Bergnotfällen, wo Leuten der Akku ausgeht (äh, ich habe z.B. immer noch einen zweiten zum Wechseln dabei und der erste hat bei der Ankunft am Nachmittag eigentlich immer noch >> 80%) oder der Unwissenheit der richtigen Bedienung (wie setze ich einen Notruf ab und was tue ich ohne Roaming/Empfang) echt gefährlich werden !
Das ist quasi wie Nudelwasser-Überkochen auf einem Induktionsherd mit TOUCH-Bedienung. - Für manche Erfindungen bzw. Mode-Erscheinung würde ich eigentlich gerne die Todesstrafe oder zumindest lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung als Strafmaß beantragen...
Also Butter bei die Fische:
Jetzt erkläre mir doch mal bitte einer dieser Touch-Screen-Junkies (darf auch gerne weiblich sein), wie man bei Niesel-/Sprühregen so ein sogenanntes Outdoor-Handy bedient !
Jenes welches Genie hat dann bestimmt auch eine simple Lösung (also ich meine NICHT die (Er-)Lösung, die ich mal einem Ceran-Kochfeld meiner Mutter zum Muttertag angedeihen ließ: Dunstabzugshaube durchschlägt Pfanne: Pfanne heil, Kochfeld weniger) für wild blinkende oder gar nicht mehr reagierende Induktions-Touch-Steuerfelder.
Ah, übrigens: Die (Verkäufer-)Behauptung, Induktions-Kochfelder gäbe es nur mit Touch- und nicht per haptischer Drehregler-Steuerung ist genauso gelogen, wie die typische Admin-Aussage, aktuelle wasserdichte Handys mit tauschbarem Akku gäbe es nicht (mehr).
Die Tage habe ich mal über ein neues GPS nachgedacht: Mein 62er Garmin funktioniert zwar auch nach mehr als 10 Jahren und vielleicht bald 10.000 Weitwanderkilometern noch relativ klaglos, allerdings hat es ein paar technische Limitierungen. So war/ist das mit meinem alten 60er auch: Unkaputtbar, geht heute nach fast 20 Jahren noch, aber irgendwann werden die Datenmengen größer und im Alter schätzt man mehr Komfort. - Jedenfalls bin ich RIESIG froh, daß es auch heute noch Tastengeräte gibt, die sich noch dazu mit Standard-Batterien/-Akkus betreiben lassen !
Zurück in die Pension in Grainau...
Dort hängt in meinem Zimmer ein Plakat:
Wenn man dagegen überlegt, wie beschränkt der (eigene) Horizont am Meer ist...
Mir wurde das Anfang August beim Urlaub an der Ostsee (mal wieder) so richtig bewußt: Nichtmal FÜNF Kilometer kann (typischer) Mann (~1,80m) da schauen (untergroße natürlich noch weniger).
Begegnungen:
- 1 schwarzes Eichhörnchen
- 2 Schneehühner im Wald (schon mit weißen Sprenkeln)
- 1 Buntspecht
- 1 großer Greifvogel
















Die alten Garmins mit "richtigem" Touchscreen, wo man noch richtig drücken musste (z. B. Oregon 300 bis 550 und Dakota) gehen bei Regen und mit allen Arten von Handschuhen problemlos. Die neuen mit kapazitivem Screen kann man noch bedienen, wenn man die Empfindlichkeit höher stellt (ist glaube im Menü bei Accessability), allerdings können Regentropfen dann auch Aktionen auslösen, Bildschirm sperren hilft dann. Dafür braucht man dann aber die seitliche Taste, die normalerweise Ein-/Ausschalter ist. Bei mir gehen aber bei allen Oregons, egal welche Serie, früher oder später die Gummiberzüge der seitlichen Tasten kaputt. Hat das 60er und 62er nicht diese Probleme?
AntwortenLöschenDie 6x-er haben (außer Einschaltknopf) ja Bedienbuttons vorne.
LöschenAußerdem habe ich schon immer Neoprenschutzhülle.
Bei mir war noch nie was mit Knöpfen oder anderen Ablösungen.
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LöschenWenn der Artikel stimmt, dann hat das GPSMap 67 nun auch einen fest verbauten LiIonenakku: https://www.radrouting.de/gps-beratung-1/garmin-gpsmap-serie/
AntwortenLöschenAchtung:
LöschenGibt (wieder) verschiedene Editionen (entscheidend ist Buchstaben-Postfix !)
P.S.: 65er und 66er mit in Vergleich einbeziehen !
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