Am Nachmittag des Vortags hatte ich mich bereits mit neuem Proviant für meinen weiteren Weg nach Bayern ausgerüstet.
Am Morgen suche ich dann noch das örtliche Sportgeschäft auf (sehr lobenswert: geöffnet ab 08:00 Uhr !) und lege mir ein paar dieser modernen (Konzept kommt ursprünglich aus Japan) Ultra-Leicht-Ketten-Grödeln zu: Wollte ich mir eh längst schon mal anschaffen und das Sortiment von Stahl-Steigeisen sowie (klassischen) Zacken-Grödeln nach unten hin abzurunden.
Außerdem gebe ich Alternativ-Planungen zur Passierung von Mieminger Kette und Wetterstein-Massiv (Zugspitze !) in Auftrag.
So, aber erstmal starte ich - nachdem es am Vorabend gegen 17:00 Uhr leicht zu Regnen begonnen habe, nun wieder trocken in meinen finalen Ötztaltag: Raus bis ins Inntal.
Die Wolken hängen auf halber Höhe und auch in dieser Nacht muß die Schneefallgrenze um einiges über 1.000 Meter geblieben sein.
Die Wege wechseln und neben Schottersträßchen lockern zwischendrin Fußwege das Geschehen auf.
Um Brückeneinstürzen wie aktuell in Dresden vorzubeugen, verengen/limitieren die findigen Tiroler einfach den Verkehr durch einfache bauliche Maßnahmen:
Hier dürfen also nur noch Wanderer/Radfahrer mit weniger als acht Tonnen rüber und für Reiter heißt es Kopf einziehen. Letztere und Schwerlastkinderwägen können (ob der Breite) auch nur noch im Wechselverkehr in jeweils eine Richtung passieren.
In Ötz packe ich mal den Anorak weg, denn obwohl es am Morgen kalt war, ist mir mittlerweile warm: T-Shirt-Wetter halt ;-)
Irgendwann kann man dann mal mit ansteigender Wolkendecke ein wenig weiß angestaubte Bäume oben am Berg erkennen:
Die eigentlich für Mittwoch/Donnerstag angekündigten Schneemengen bleiben aber bisher weiterhin aus bzw. das richtig schlechte Wetter hat weiterhin Verspätung.
Mist, ich wollte das ja eigentlich hier im Ötztal über mich ergehen lassen.
Noch dazu, wo ich seit Sölden jeden Tag Sauna-Option in der Unterkunft habe - und natürlich nicht ungenutzt lasse :-)
Kurz vor Sautens quere ich dann erneut das Tal, denn in Ötztal-Bahnhof war kein Zimmer zu bekommen, so daß ich hier übernachten werde.
Mein Vater - der hier dankenswerterweise die Unterkunft-Organisation übernommen hatte - ist wohl der Meinung, der Sohn sei zu faul: Er hat die entlegendste Unterkunft am weitesten oben am Berg gewählt :-o
Aber nett und schön ist's dort und ich kann bereits um kurz nach 12:00 Uhr mein Zimmer "beziehen", also Rucksack reinwerfen und ohne Gepäck weiter ziehen...
Die Zusatz-Höhenmeter/Kilometer hauen mich nicht um und bereits bevor ich das geplante Tagesziel Ötztal-Bahnhof erreiche (wo ein Bus mich nach Sautens zurückbringen könnte), entscheide ich, gleich noch bis Haiming weiterzugehen.
Es ist nämlich immer noch trocken und was ich heute erledige, brauche ich morgen (mit Rucksack und mutmaßlich bei deutlich schlechterem Wetter) nicht mehr zu gehen.
Gesagt, getan :-)
In Haiming komme ich noch eine Weile mit einer Einheimischen ins Gespräch, die hier mit ihrer Enkeltochter unterwegs ist:
Direkt neben dem Gemeindeamt im Zentrum findet sich ein Supermarkt und ich will schon ein wenig Einkaufen gehen, als ich an der Bushaltestelle eine blinkende Anzeige von 0 Minuten sehe: Oha, da ist ein Bus überfällig. Gen Ötztal-Bahnhof. Und der nächste fährt erst in mehr als 1,5 Stunden.
Na, da bin ich ausnahmsweise mal flexibel, vertage das Einkaufen und hüpfe in den Bus, der just heran fährt.
Dem osteuropäischen Fahrer ist Fahrpreisberechnung und Abkassieren augenscheinlich gerade zu aufwändig, so daß er mich gleich mal so mitnimmt.
Kaum sind wir losgefahren, klatschen die ersten Tropfen gegen die Scheibe.
Mann, Mann, Mann: Manchmal habe ich schon so ein Timing...
Ab Ötztal-Bahnhof fährt die 320er-Linie ins Ötztal eigentlich alle 30 Minuten. Jetzt, am frühen Nachmittag aber gerade im Viertelstunden-Takt. Also flott noch in den Mini-MPreis und schon fahre ich zurück gen Sautens.
Vom Weltraumaeffchen von der Rotgüldenseehütte auf 1.740 Metern im Salzburger Land (südlich des Alpenhauptkamms) erreichen mich dann bereits derartige Fotos als Einstimmung für demnächst:
Begegnungen:
- ältere Einheimische mit Enkelkind in Haiming
- 2 Rehe











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So einen Busfahrer hatten wir heute in Sarntein auch. Der war Italiener, konnte kein Deutsch, mein bisschen Italienisch hat ausgereicht ihm zu verklickern, dass wir 4 Fahrkarten einzeln zahlen wollen, hat uns glatt so mitgenommen und auf 14 € verzichtet... ;)
AntwortenLöschenIch seh schon: Von Euch kann ich noch was lernen !
LöschenDas mit dem "einzeln zahlen" muß ich mir merken: Erwähne ich das nächste Mal auch explizit - nicht, daß der denkt, EINER von uns zahlt für ALLE gespaltenen Persönlichkeiten ;-)
Welche "moderne" Ultra-Leicht-Ketten-Grödeln" hast du denn? Überlege mir kurzfristig diese Woche auch welche zu holen. 2020 hatte ich sowas dabei, hatten wir in den 90er-Jahren von RUD in Österreich gekauft und lag dann in der Schulbade. https://www.onlineshop-delfa.de/de/kategorie-2/nico-spikes-winterartikel/rud-gleitschutzkette-quick-step Allerdings tat dem Gummi die lange Lagerung nicht gut, einer riss beim anziehen ab und ich bin mehr oder weniger mit einer der Ketten über 2700 m von den französischen Seealpen nach Entraque marschiert.
AntwortenLöschen1. Aktuelle: https://www.bergfreunde.de/snowline-chainsen-walk-groedel/?aid=46274a5f22b949cc65f4d3fb8982f36c&pid=10004&wt_mc=de.pla.google_de.1595625060.60348417996.302374332691&wt_cc1=&gad_source=1&gclid=Cj0KCQjwrp-3BhDgARIsAEWJ6SxGB_QQvoIAUI7v91tmFtpMz5nHFct9ANp7X_JclqpzINB4qt6DnUEaAraKEALw_wcB
Löschen2. Vorteile: leicht, kompakt, schnell anzulegen, keine langen Zacken
3. Nachteile: Gummi ==> begrenzte Lebensdauer/Haltbarkeit
4. Die altmodischen funktionieren halt auch nach >> 40 Jahren noch problemlos
Das Sportgeschäft in Maloja machte letztes Jahr um 9 auf. Da hatte ich leichte Meindlstiefel gekauft, weil bei einem meiner bedingt steigeisenfesten Stiefel (sogar mit Ritze für die Bindung vorne und hinten) beim Aufstieg zum Murettopass die Sohle abfallen wollte. Die Klebeaktion mit einem kleinen Schuhkleberrest in der Nähe der nicht vorhandenen Stage war allerdings für den Rest der Tour ausreichend und ich habe die neuen Stiefel nur in Juf als Hausschuhe benutzt. Nun stehe ich vor der Frage, welche Schuhe ... eingelaufen, schwer und abgenutzt oder neu, leicht und nicht eingelaufen. Oder doch wieder beide schleppen und eventuell alten dann entsorgen.
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